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Pädagogisches Konzept (Auszug)

I. Grundidee und Motivation

Als gemeinnütziger Verein sind wir Schulträger der Freien Montessori-Schule Trier (www.montessori-trier.schule). Der Vorstand des Vereins „Freie Montessori-Schule Trier e.V.“ besteht aus sechs Mitgliedern (David Thieser, Barbara Zeltinger, Sandra Möller, Olga Conrad, Luise Thieser und Frank Thihatmar). Zur Qualitätssicherung hat der Verein einen pädagogischen Beirat errichtet, der aus erfahrenen Pädagoginnen besteht und den Vorstand und das pädagogische Personal berät (Monika Tiemann, Hildegard Muriel, Andrea Ziegler, Helena Ries). Zudem arbeiten wir eng mit den beiden Montessori-Kinderhäusern in Trier, den Montessori-Schulen in Rheinland-Pfalz, dem Montessori Landesverband Rheinland-Pfalz und der Universität Trier zusammen.

Wir möchten die Schullandschaft in Trier mit einer inklusiven Montessori-Schule bereichern, in der alle Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit erhalten, ihre individuellen Potenziale zu entfalten und aktiv ihren Lernprozess zu gestalten. Im Schuljahr 2019/2020 werden wir mit der ersten Klasse starten. Die Schule wird in den Folgejahren jährlich um eine Klasse wachsen. Ziel ist zunächst der Betrieb als einzügige Grundschule mit vier altersgemischten Lerngemeinschaften. Daran anschließen soll sich eine weiterführende Montessori-Schule bis zum Abitur.

Alle Kinder sind willkommen, unabhängig von ihrer sozialen, kulturellen oder ethnischen Herkunft.

II. Pädagogischer Rahmen

In der Freien Montessori-Schule Trier soll der natürliche Wissensdrang und die Begeisterungsfähigkeit erhalten und gefördert werden. Wissen soll in einer vorbereiteten Lernumgebung mit Hilfe der besonderen Montessori-Lernmaterialien und speziell ausgebildeter Lehrkräfte vom Kind selbst aktiv erarbeitet werden. Es werden Mittel der pädagogischen Diagnostik eingesetzt und Lernstandserhebungen erstellt, um eine individuelle Förderung und Kompetenzentwicklung zu gewährleisten.

Maria Montessori hat ein pädagogisches Gesamtkonzept entwickelt, das von der modernen Hirnforschung in den letzten Jahren Stück für Stück bestätigt wurde. Die verschiedenen Aspekte der Montessori-Pädagogik ermöglichen in ihrer Gesamtheit ein gehirngerechtes Lernen, bei dem die Individualität und die Motivation des Kindes im Mittelpunkt stehen und so zu einer günstigen Entwicklung beitragen. Nach den Erkenntnissen der modernen Entwicklungspsychologie, der Lerntheorie und der Hirnforschung, sind Neugier und der damit einhergehende eigene Antrieb die wichtigsten Voraussetzungen für nachhaltiges Lernen. Nur was Kindern bedeutsam ist, weckt ihre Kreativität und spornt die Lernbereitschaft an. Prof. Gerald Hüther beschreibt diesen Aspekt folgendermaßen: "Sobald sich Schüler für etwas interessieren, eignen sie sich das Wissen in sehr kurzer Zeit an, und dann bleibt es auch hängen. Denn nur dann werden im Hirn die Botenstoffe ausgeschüttet, die die Stabilisierung von neuen Netzwerken fördern.". Bei Erwachsenen ist das letztlich genauso. Diese Aspekte werden insbesondere in der Freiarbeit gefördert.

Die Freiarbeit ist die zentrale Unterrichtsform in der Montessori-Pädagogik. In der Freiarbeit können Schülerinnen und Schüler aus einem differenzierten Lernangebot in einer strukturierten „vorbereiteten Umgebung“ den Gegenstand ihrer Tätigkeit, die Ziele, die Sozialform sowie die Zeit, die sie auf den gewählten Aufgabenbereich verwenden wollen, selbst bestimmen. Das bedeutet, dass die Schülerinnen und Schüler auf unterschiedlichen Niveaus lernen. Während das eine Kind sich beispielsweise die ersten Buchstaben erarbeitet, schreibt das andere bereits Geschichten und liest Bücher.

Freiarbeit bedeutet dabei nicht, dass jeder macht was er will. Ganz im Gegenteil: Die Lernumgebung muss so strukturiert sein, dass Kinder lernen, selbstständig zu arbeiten.

Wesentlich für die Umsetzung des oben beschriebenen pädagogischen Gesamtkonzeptes von Maria Montessori im Unterricht sind hierbei u. a. die folgenden Aspekte:

  • Montessori-Materialien Die Montessori-Materialien sind so gestaltet, dass sie in kleinen Schritten aufeinander aufbauen und vom Konkreten zum Abstrakten führen. Sie geben dem Kind außerdem die Möglichkeit, sein Lern- und Arbeitsergebnis selbst zu kontrollieren. Die Pädagogen geben zu jedem Material eine Einführung, meist in einer Kleingruppe entsprechend dem jeweiligen Entwicklungsstand.
  • Vorbereitete Lernumgebung Die Lehrkräfte gestalten und aktualisieren die Lernumgebung unter Berücksichtigung des aktuellen Entwicklungsstandes der Kinder. Die Umgebung ist einfach und überschaubar strukturiert.
  • Fächerübergreifendes Lernen Die Kinder beschäftigen sich von verschiedenen Seiten und auf unterschiedliche Art und Weise mit einem Thema. Es gibt ihnen die Möglichkeit, flexible Lösungsstrategien zu erwerben.
  • Freie Wahl der Arbeit (Freiarbeit) Die Freiarbeit ist die zentrale Unterrichtsform in der Montessori-Pädagogik. Freiarbeit bedeutet nicht, dass jeder macht was er will. Im Gegenteil: Die Lernumgebung muss so strukturiert sein, dass Kinder lernen, selbstständig zu arbeiten. In der Freiarbeit können Schülerinnen und Schüler aus einem differenzierten Lernangebot innerhalb einer strukturierten „vorbereiteten Umgebung“ den Gegenstand ihrer Tätigkeit, die Ziele, die Sozialform sowie die Zeit, die sie auf den gewählten Aufgabenbereich verwenden wollen, selbst bestimmen. Das bedeutet, dass die Kinder auf unterschiedlichen Niveaus lernen. Während das eine Kind sich beispielsweise die ersten Buchstaben erarbeitet, schreibt das andere bereits Geschichten und liest Bücher.

III. Organisatorischer Rahmen

1. Rechtlicher Rahmen, Standort und Finanzierung

  • Status der Schule:  Staatlich anerkannte Ersatzschule in freier Trägerschaft des Vereins Freie Montessori-Schule-Trier e.V..
  • Räumlichkeiten und Gelände: An der Jugendherberge 3, 54292 Trier
  • Finanzierung: Als freie Schule muss man die ersten drei Jahre vollständig selbst finanzieren. Ab dem vierten Jahr erhält man Mittel vom Land, die einen Teil der Ausgaben abdecken.

2. Tagesstruktur und Lernzeiten

Der Unterricht wird von einer Lehrkraft und einer pädagogischen Fachkraft mit Montessori-Diplom durchgeführt. (Doppelbesetzung)

  • Montag bis Freitag von 8.00 bis 12.00 Uhr mit offener Eingangsphase ab 7.30 Uhr
  • Mittagessen und Freizeit Montag bis Freitag von 12.00 bis 13.00 Uhr
  • Individuelle Lernzeit Montag bis Donnerstag von 13. 00 bis 14.00 (Hausaufgaben entfallen)
  • Nachmittagsbetreuung Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag bis 16.00 Uhr, Mittwoch bis 16.30 Uhr.

3. Eltern

  • Die Eltern entscheiden sich bei der Anmeldung ihrer Kinder bewusst für eine inklusive Schule mit größerem pädagogischen Freiraum und mehr Toleranz für individuelle Leistungsunterschiede.
  • Sie werden an der Gestaltung der Schule beteiligt und unterstützen die Organisationsarbeit des pädagogischen Teams.
  • Sie kooperieren mit außerschulischen Partnern und der Universität.
  • Sie tragen die Grundgedanken der Montessori-Pädagogik mit.
  • Sie nehmen an den Montessori-Elternkursen der Schule teil.
  • Sie nehmen die kontinuierlich stattfindenden Gesprächsangebote der Lehrkräfte wahr und arbeiten vertrauensvoll mit ihnen zusammen.